Misogynie ist kein Witz
"Diese Influencer … echt … Und ich hab Zeit, ich mach euch alle tot, ernsthaft" - Oliver Pocher. (Illustration von mir.)

Misogynie ist kein Witz

Oliver Pochers frauenfeindliche Machenschaften.

Oliver Pochers gesamte Karriere ist von misogynen „Witzen“ und der Herabwürdigung von Frauen durchzogen. 2005 begrüßte Pocher Mariah Carey, die in einer Show auftrat, die er moderierte, mit den Worten „Was heißt Presswurst auf Englisch?“. Während Careys Auftritt flüsterte er mit Günther Jauch, zu BILD sagte Pocher: „Wir haben über die Cellulite an den Beinen von Frau Carey gesprochen.“ Mariah Carey sagte später: „Nie hat sich jemand über mich so lustig gemacht. Ich fand das erbärmlich.“ (Quelle: queer.de)

Ebenfalls 2005 hatte er vor laufenden Kameras zu einer damals 30-jährigen Frau gesagt „Du siehst ganz schön alt aus für Dein Alter“ und ihr eine Schönheitsoperation empfohlen. Pocher wurde deshalb zur Zahlung von 6.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Pocher machte sich 2008 im Fernsehen über das Urteil lustig und lästert erneut über das Aussehen der Frau. Die Frau, eine Außendienstmitarbeiterin, wurde seit der öffentlichen Beleidigung auch drei Jahre später noch darauf angesprochen.

Seit dem letzten Jahr ist Pocher vor allem auf Instagram aktiv und inszeniert sich als investigativer Aufklärer, der sich an Influencerinnen abarbeitet, die er gern mal als „Bumsbirnen“ bezeichnet. Über Influencer*innen, die sich seiner Meinung nach nicht ausreichend an die Corona-Schutzverordnungen hielten sagte er: „Diese Influencer-Voll-Fick-Scheiß-Truppe. Ich werd sie wirklich alle ankacken. Ich versteh es nicht. Entfolgt diesen dummen Scheißfressen. (…) Ey, wirklich: Würden die Dummen es nur treffen, dann haben wir ja wirklich ein Gutes mit dem Virus. Aber wir Normalen müssen die Scheiße auch aushalten. (…) Diese Influencer … echt … Und ich hab Zeit, ich mach euch alle tot, ernsthaft. Ich kann nicht mehr, ey. Wenn’s der Virus nicht macht, dann mach ich’s.“

Pocher hat sich auf Influencerinnen eingeschossen und versucht obsessiv vermeintliche Fehler aufzudecken. Er selbst sagte in einem Video: „Das ist einfach nur eine gewisse Form der Kontrolle, die ich da ausübe.“ Männer, die Frauen kontrollieren, man kennt’s.
Matthias Schwarzer schrieb in einem Artikel für das Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Pocher braucht stets ein Opfer, an dem er sich abarbeiten kann. Ein Opfer, um “lustig”, um erfolgreich zu sein.“

Bei einer Instagramerin ging er letztes Jahr so weit, Ausschnitte aus einem bis dato unbekannten Film zu veröffentlichen, in dem die Frau „oben ohne“ zu sehen ist. Die Instagramerin hatte da schon weinend vor der Kamera gesessen, weil die Angriffe von Pocher und seiner stiefelleckenden Gefolgschaft sie psychisch fertig machen. Doch Pocher ist das egal, er tritt immer weiter. Eine Freundin der betreffenden Influencerin outete Pocher als ehemalige Sexarbeiterin. (Quelle: RND)

Oliver Pocher bedient sich der gleichen Instrumente wie rechte Trolle, Incels und sogenannte „Men’s Rights Activists“ im Internet: Demütigung und Beschämung von Frauen, Doxing (das Veröffentlichen privater Informationen Dritter), Drohungen („Danach wirst du dir wünschen, dass es dieses Video nie gegeben hat“) und jede Menge Hass und Herabwürdigungen. Pocher geht dabei (meistens) geschickt vor und überlässt die schlimmsten Attacken seiner misogynen Gefolgschaft.

Wenn die Zielscheiben seines Mobbings auch außerhalb des Internets angegriffen werden, distanziert er sich halbgar von Gewalt. Er kläre ja nur auf, es sei Satire usw. Dabei übergeht er ganz bewusst den Fakt, dass seine Recherchen, im Unterschied zu ehrlicher Investigativarbeit, keinen gesellschaftlichen Nutzen haben, sondern lediglich dazu dienen, Einzelpersonen (Frauen) in den Schmutz zu ziehen.

Zum Weiterlesen:
Oliver Pocher machte rassistische Sprüche beim Wiener Opernball und zeigte die rassistische Praxis des Blackfacings (Triggerwarnung!).

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